Ausstellung und Lesung: In der Welt irgendwie …

Poetische Textbilder in den Räumen der "Guten Tat"

Die „Gute Tat“ lädt Sie herzlich ein zur Vernissage in ihren Münchner Büroräumen in der Ridlerstraße 31a am 12.9. um 18 Uhr zu einem Begrüßungstrunk mit Ohnmachtshäppchen samt Ohrenschmaus.

„Bildgedichte“ oder „Textbilder“ nennt Hermann Gfaller seine Kompositionen aus Fotos und kurzen Versen, die er bei seinen Lesungen an die Wand projiziert. In seiner Ausstellung für die Stiftung Gute-Tat.de gesellen sich zu Herrn Gfallers Bildgedichten Fotos mit vorgefundenen Textmotiven. Bei diesem Spiel mit Bildern und Texten geht es dem Künstler darum, sein Erleben der Welt aus möglichst vielen und gerne auch aus widersprüchlichen Blickwinkeln zu beleuchten.

Bei der Lesung anlässlich der Ausstellungseröffnung können sich die Gäste Gedichte aus einer Reihe von Themen auswählen, die Hermann Gfaller dann vorlesen wird.

Die musikalische Begleitung übernimmt Rudi Vietz, ein klassischer Liedermacher, der in Worte fasst, was ihn berührt und was ihm wichtig ist. Sein unverwechselbar brüchiger Bariton unterstreicht den Inhalt seiner Texte und in Verbindung mit seinem skurrilen Humor entsteht ein äußerst originelles Musiktheater.


 

 


Der Mond doziert und Venus trinkt ein Bier

Gedichte von Hermann Gfaller

Umschlag und Illustrationen ebenfalls von Hermann Gfaller

 

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 Preis: 11,80 €
Taschenbuch: 96 Seiten, 5 farbige Abbildungen
Verlag: Kunst- und Textwerk Verlag (www.kutv.de)
ISBN-13: 978-3937000237

 


 

 

Botanisieren unter Glas

Botanischer Garten, Januar 1999

Blitzlichtgewitter scheucht
Tropische Schatten,
Schönheiten nur für Botaniker

Zwischen Schachtelhalm
acht Meter hoch
Abgeschottet frösteln
Gardenien zuggeschützt
flattern sie:
Formosa-Schmetterlinge
erstaunlich groß,
verblüffend grau

Schmetterlingsjagd
Mit dem Apparat
Pfauenaugen handtellergroß

Nichts berühren
Nur nichts berühren



Morgenglut

Dezember 2003

Dunkel - noch.

Wohlige Wärme umhüllt

daunenweich uns,

Augenlider zucken,

den Morgen erahnend.

Tiefes Rot

bricht sich Bahn durch ein Fenster,

glüht ferne

zwischen zwei Häuserschatten.

Augenblicke später, Wolken

dramatisieren die rosenfingrige Eos.

Offene Augen bestaunen

noch in Kissen vergraben

das Spektakel, das aufflammt,

bald das ganze Fenster füllt – alle Fenster.

Tiefes Rot verblasst zu Erinnerung,

Sekunden später,

wie das rosa-orange Wolkentheater.

Sonnenhell verblasst die Illusion,

zerreibt die Wolkentürme zum weißen

Deckenanstrich – zum Alltag.

Doch die Erinnerung lebt,

glüht, wie die Umarmung,

im immer noch nachtwarmen

Bett.