Vom Ende des Journalismus als Beruf

Recherchieren Sie schon vogelfrei oder fürchten Sie noch Ihre Entlassung?

Das Internet ersetzt mehr und mehr die Zeitung. Immer öfter werden Redakteursstellen durch so genannte Content-Manager ersetzt, die Texte noch einstellen, aber nicht mehr recherchieren. Das brauchen sie auch nicht, weil diese Texte in einem schwunghaften Handel von irgendwoher bezogen oder einfach aus dem Netz geklaut werden. Welcher Verlag leistet sich da noch teure Journalisten?



Manager wirbeln mit Wegweisern

Derzeit umworben: Kinder, Senioren, Ingenieure

Hauptsache schnell, egal wohin …

Kinder und alte Menschen haben in wirtschaftspolitischen Diskussionen Hochsaison. Mehr Bildung vom Kindergarten an soll die hiesige Wirtschaft mit global wettbewerbsfähigen Arbeitskräften versorgen. En vogue ist derzeit die Nachfrage nach Ingenieuren. Hofiert werden nach den Jahren des Arbeitsplatzabbaus derzeit sogar die lange als zu teuer und nicht mehr lernfähig diskreditierten älteren Mitarbeiter.


New York geht auch die IT-Branche an

Computerzeitungs-Leitartikel vom 12. September 2001, zu den Ereignissen am Tag davor.

Was haben die grauenhaften Anschläge in New York und Washington mit der Computerei zu tun? Viel: Das belegen schon die Opfer aus der Branche sowohl in den gekaperten Flugzeugen als auch im World Trade Center. Das Pentagon wiederum, das andere Ziel der Anschläge, hat die Branche stets mit lukrativen Aufträgen versorgt.

Wichtiger ist jedoch, dass Computertechnik und Internet-Wirtschaft die Grundlage und Triebfeder einer globalisierten Wirtschaft bilden, die nicht nur mit dramatischen Börsenausschlägen einhergeht, sondern in weniger technisierten Weltregionen oft als aktuelle Form des Imperialismus wahrgenommen wird. Die Menschen im World Trade Center mussten sterben, weil die beiden Türme als Sinnbild dieser Entwicklung galten.

Deshalb darf sich auch die Branche nicht damit zufrieden geben, dass die Urheber – auf hoffentlich zivilisierte Weise – zur Verantwortung gezogen werden. Wenn wir ähnliche Katastrophen in den Macht- und Finanzzentren der Welt vermeiden wollen, müssen die Regierungen, muss die Branche lernen, dafür zu sorgen, dass der Weg in eine prosperierende Zukunft für alle Länder und Kulturen gangbar bleibt. Für die Computer Zeitung bedeutet das konkret, daran festzuhalten, neben den technischen und wirtschaftlichen IT-Themen auch deren gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Raum zu geben.

in Computerzeitung 38/2001, online am 12. September 2001


 

Thema: Business as usual

mehr dazu unter: hermann



Frei gesetzt

Mai 2002

Faulenzen: der lockende Gedanke zerschellt
in den Brechern unbezähmbter Ruhelosigkeit
- Erinnerung an übervolle Tage

Karriere: Mut, Aktivität übertönt fast alle Ängste
deren Überwindundugn befriedigt wie nichts sonst.
- auch das, Erinnerung an übervolle Tage

Herzen werden windelweich in freier Luft,
Wille verkommt zur Attitüde, und
Vernunft hält klug sich im Hintergrund
- für übervolle Tage

Ungewissheit, Sehnsucht, Todesmut
Vielleicht Gestaltung, Zukunft


Wir wollten IT als Jobkiller

Rationalisierung war immer schon das zentrale Argument für die Anschaffung eines Computers im Unternehmen. Von Anfang an galten Rechner daher als Jobkiller. Wir wollten es so …

Dell gegen den Rest der Welt


Als sich Anfang 2001 die Dotcom-Krise anbahnte und die Sättigung des PC-Markts offensichtlich wurde, ergriff Michael Dell die Chance seines Lebens. Er erklärte der Branche den Krieg, und hatte damit Erfolg …

Heuschrecken oder Innovatoren


Innovative Firmen brauchen Geld. Geldgeber jedoch geraten neuerdings leicht in den Verdacht, sich unzulässig in die Geschäfte ihrer Klienten einzumischen. Die Freiberger Pyramid Computer hatte Besuch von Wagniskapitalisten …





Wahrheit

1981



              lieb    heilig                  Wunsch              Fragezeichen
sei         lieb    heilig sei             Wunsch nur        Frage – zeichen
mich      lieb    heilig du    nur    Wunsch nur        Frage     Zeichen

denn
Bedeutungen sind nichts zu Worten als wirbelnde Wegweiser 


 

Zweifel an Wahrheit

Missbrauch und Abgrenzung

Irgendwie klingt der Begriff Wahrheit heute etwas altmodisch. Wahrheit gehört zu den Hochwerten, von denen jeder sagt, dass sie unverzichtbar sind, obwohl fast alle einräumen, nicht zu wissen, was sie bedeuten.


Wasserstoff fürs Image

Beispiele BMW und DaimlerChrysler

[Recherchestand 2001] Sauberen Wasserstoff statt umweltschädliches Benzin propagieren Daimler-Chrysler und BMW. Wichtiger als die Senkung der Kohlendioxid-Werte ist ihnen allerdings, ihr Markenimage nicht zu beschädigen.


 


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Ressource Mensch

Juni 1990

Produktivität steigern -
Das Ziel unklar, aber
Immer vor Augen -
an der kurzen Leine

Hektik züchten -
Acht Stunden am Tag, Minimum,
Damit es vorhält über die Nacht -
Muße ersticken!
 
Gedanken und Zeit
vertreiben - austreiben,
und die Zukunft links liegen lassen,
bei den Menschen.