Reise nach Istanbul

Tagebuch eines Abiturienten, 25. bis 30. August 1980


Vorbemerkung


Das Bild der Türkei war Ende der 1970er geprägt durch fehlende politische Stabilität, ungelöste wirtschaftliche und soziale Probleme, Streiks und Terrorakte links- und rechtsextremer Gruppen. Die Politik unter den zwischen dem neoliberalen Demirel und dem Sozialdemokraten Ecevit wechselnden Regierungen war außerstande die Gewalt einzudämmen. Den Straßenkämpfen, die bürgerkriegsähnliche Züge annahmen, fielen tausende Menschen zum Opfer.

Von keiner Ahnung getrübt planten Franz und ich eine Reise, die uns erst nach Istanbul, von dort ins griechische Alexandropolis und per Insel-Hopping nach Athen bringen sollte.

Wir erreichten Istanbul am 27. August 1980 im Vorfeld des von der Nato und den USA unterstützten Militärputsches gegen die Regierung von Süleyman Demirel durch General Kenan Evren am 12. September. Eher links orientierte türkische Staatsbürger waren sich von nun an ihres Lebens nicht mehr sicher.